Das hängt von Wetter, Boden und Pflanzen ab. Grundsätzlich ist es besser, seltener und dafür gründlich zu gießen. Rasen braucht bei Trockenheit meist ein- bis zweimal pro Woche Wasser, Kübelpflanzen können an heißen Tagen täglich Wasser benötigen.
Ein sattgrüner Garten entsteht nicht durch Zufall, sondern durch die richtige Pflege zur richtigen Zeit. Besonders das Bewässern entscheidet darüber, ob Pflanzen kräftig wachsen, Blüten lange halten und der Rasen Trockenphasen übersteht. In diesem Ratgeber von Thomas Philipps erfahren Sie, wie Sie mit etwas Wissen, passenden Hilfsmitteln und einem guten Rhythmus Ihren Garten richtig bewässern. Dabei sparen Sie Wasser, Zeit und Mühe.
Warum richtiges Bewässern so wichtig ist
Wasser ist für Pflanzen lebenswichtig. Es transportiert Nährstoffe aus dem Boden, hält Blätter und Stängel stabil und unterstützt die Photosynthese. Doch beim Gießen gilt nicht automatisch: viel hilft viel. Zu wenig Wasser lässt Pflanzen welken, zu viel Wasser kann Wurzeln schädigen, Staunässe verursachen und Pilzkrankheiten fördern.
Richtiges Bewässern bedeutet deshalb, den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen zu kennen. Dieser hängt von mehreren Faktoren ab: Pflanzenart, Standort, Bodenbeschaffenheit, Jahreszeit, Wetter und Wurzeltiefe. Ein frisch gepflanzter Salat braucht andere Wassermengen als ein uriger Lavendelstrauch. Auch ein sandiger Boden trocknet schneller aus als ein lehmiger Gartenboden.
Wer gezielt gießt, hilft den Pflanzen, stabile Wurzeln zu bilden. Das macht sie robuster gegenüber Hitze und Trockenheit. Gleichzeitig verschwenden Sie weniger Wasser, weil es dort ankommt, wo es gebraucht wird: direkt an den Wurzeln.
Inhaltsverzeichnis
- Die beste Tageszeit zum Gießen
- Den Boden kennen: Sand, Lehm oder Humus?
- Wie viel Wasser braucht der Garten?
- Mulchen: einfacher Trick gegen Austrocknung
- 3 Tipps, wie Sie Gemüsebeete richtig gießen
- Kübel- und Balkonpflanzen bewässern
- Regenwasser im Garten nutzen
- Wie sinnvoll sind Bewässerungssysteme?
- Garten bewässern im Urlaub
- Vermeiden Sie diese typischen Fehler beim Bewässern
Die beste Tageszeit zum Gießen
Die ideale Zeit zum Bewässern ist der frühe Morgen. Dann ist der Boden noch kühl, die Verdunstung gering und die Pflanzen können den Tag gut versorgt beginnen. Wasser, das morgens gegeben wird, zieht besser in den Boden ein und verdunstet nicht sofort durch starke Sonneneinstrahlung.
Abends zu gießen ist ebenfalls möglich, aber nicht immer ideal. Wenn Blätter und Boden über Nacht lange feucht bleiben, steigt das Risiko für Schneckenbefall und Pilzkrankheiten. Besonders bei empfindlichen Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Rosen sollte man darauf achten, nicht über die Blätter zu gießen.
Mittags sollte man möglichst nicht bewässern. Bei Hitze verdunstet ein großer Teil des Wassers, bevor er die Wurzeln erreicht. Außerdem können Wassertropfen auf empfindlichen Blättern in Kombination mit starker Sonne Stress verursachen.
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Tageszeit |
Zum Gießen geeignet? |
Hinweis |
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Früh morgens |
sehr gut |
beste Zeit, wenig Verdunstung, Pflanzen starten gestärkt in den Tag |
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Vormittags |
gut |
noch geeignet, solange es nicht zu heiß ist |
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Mittags |
schlecht |
hohe Verdunstung, Wasserverlust, Hitzestress möglich |
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Abends |
bedingt geeignet |
besser als mittags, aber feuchte Blätter über Nacht vermeiden |
Faustregel: lieber seltener und gründlich als täglich ein bisschen
Ein häufiger Fehler beim Bewässern ist oberflächliches Gießen. Wer jeden Tag nur kurz gießt, befeuchtet oft nur die oberste Bodenschicht. Die Wurzeln bleiben dadurch nahe an der Oberfläche und werden anfälliger für Trockenheit.
Besser ist es, seltener, dafür aber durchdringend zu bewässern. So gelangt das Wasser tiefer in den Boden und die Pflanzen bilden kräftigere Wurzeln. Besonders bei Rasenflächen, Stauden, Sträuchern und Gemüsebeeten zahlt sich diese Methode aus.
Wie viel Wasser braucht der Garten?
Der Wasserbedarf lässt sich nicht pauschal für alle Pflanzen festlegen. Trotzdem helfen einige Richtwerte bei der Orientierung. Gerade Kübelpflanzen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Ihre Wurzeln können sich nur im begrenzten Topfvolumen ausbreiten. An heißen Sommertagen trocknet die Erde schnell aus. Pflanzen in kleinen Töpfen brauchen daher häufiger Wasser als Pflanzen im Beet.
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Gartenbereich |
Wasserbedarf |
Empfehlung |
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Rasen |
hoch bei Hitze und Trockenheit |
1–2-mal pro Woche kräftig wässern |
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Gemüsebeet |
mittel bis hoch |
gleichmäßig feucht halten, besonders bei Fruchtbildung |
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Hochbeet |
hoch |
trocknet schneller aus, regelmäßig kontrollieren |
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Staudenbeet |
Mittel |
je nach Pflanzenart und Standort gießen |
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Kübelpflanzen |
sehr hoch |
an heißen Tagen oft täglich prüfen |
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Kräuterbeet |
unterschiedlich |
mediterrane Kräuter eher sparsam, Petersilie und Schnittlauch regelmäßiger |
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Hecken und Sträucher |
mittel |
selten, aber tiefgründig wässern |
Mulchen: einfacher Trick gegen Austrocknung
Mulch schützt den Boden wie eine natürliche Decke. Er reduziert die Verdunstung, hält die Erde länger feucht und unterdrückt gleichzeitig Unkraut. Besonders in Gemüsebeeten, unter Sträuchern und zwischen Stauden ist Mulchen sinnvoll.
Geeignete Mulchmaterialien sind zum Beispiel:
- Rasenschnitt in dünner Schicht
- Rindenmulch für Zierbeete und Wege
- Stroh für Erdbeeren und Gemüse
- Laub für Beete unter Gehölzen
- Holzhäcksel für robuste Pflanzbereiche
- Kompost als nährstoffreiche Abdeckung
Wichtig ist, Mulch nicht zu dick und nicht direkt an empfindliche Pflanzenstängel zu legen. Eine zu dichte Schicht kann Fäulnis begünstigen. Rasenschnitt sollte außerdem leicht antrocknen, bevor Sie ihn verteilen.
3 Tipps, wie Sie Gemüsebeete richtig gießen
01.
Gemüse braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung.
Schwankungen zwischen Trockenheit und starker Nässe können das Wachstum beeinträchtigen. Tomaten können bei unregelmäßiger Wasserversorgung aufplatzen, Gurken werden schneller bitter und Salat schießt bei Trockenstress früher in die Höhe.
02.
Am besten wird direkt an der Basis der Pflanzen gegossen.
So bleiben die Blätter trocken und das Wasser erreicht die Wurzeln. Besonders Tomaten mögen keine nassen Blätter, da Feuchtigkeit Pilzkrankheiten fördern kann.
03.
Während der Keimung und nach dem Pflanzen ist regelmäßige Feuchtigkeit wichtig.
Später können viele Gemüsepflanzen tiefer wurzeln, wenn sie nicht ständig nur oberflächlich gegossen werden. Stark zehrende Pflanzen wie Kürbis, Zucchini, Kohl und Tomaten benötigen in der Hauptwachstumsphase besonders viel Wasser.
Regenwasser im Garten nutzen
Regenwasser ist ideal für viele Gartenpflanzen. Es ist weich, meist kalkarm und kostenlos. Mit Regentonnen, Regenwassertanks oder Zisternen lässt sich Niederschlag sammeln und später zum Gießen verwenden.
Besonders Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien oder Heidelbeeren profitieren von kalkarmem Wasser. Wichtig ist, Ihre Regentonnen abzudecken, damit keine Tiere hineinfallen und sich weniger Mücken ansiedeln.
Wie sinnvoll sind Bewässerungssysteme?
Wer regelmäßig gießt oder größere Gartenflächen versorgen möchte, kann mit Bewässerungssystemen viel Zeit sparen. Tropfschläuche, Perlschläuche und automatische Bewässerungsuhren geben Wasser gezielt und gleichmäßig ab.
Ein Tropfsystem bringt das Wasser direkt an den Wurzelbereich. Dadurch verdunstet weniger Wasser und die Blätter bleiben trocken. Eine Zeitschaltuhr sorgt dafür, dass zur passenden Tageszeit bewässert wird, zum Beispiel früh am Morgen.
Garten bewässern im Urlaub
Vor dem Urlaub sollte der Garten gut vorbereitet werden. Kübelpflanzen stellen Sie möglichst in den Halbschatten, damit weniger Wasser verdunstet. Beete können gründlich gegossen und anschließend gemulcht werden. Automatische Bewässerungssysteme, Bewässerungskugeln oder Tonkegel helfen, Pflanzen über einige Tage zu versorgen.
Bei längerer Abwesenheit ist es sinnvoll, Nachbarn, Freunde oder Familie um Unterstützung zu bitten. Eine kurze Anleitung hilft: Welche Pflanzen brauchen besonders viel Wasser? Welche Töpfe dürfen nicht im Wasser stehen? Wo befindet sich die Regentonne oder der Wasseranschluss?
Vermeiden Sie diese typischen Fehler beim Bewässern
Viele Gartenprobleme entstehen nicht durch zu wenig Pflege, sondern durch falsches Gießen. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
- zu häufiges, oberflächliches Gießen
- Gießen in der Mittagshitze
- Wasser auf empfindliche Blätter statt an die Wurzeln
- Staunässe in Töpfen und Untersetzern
- alle Pflanzen gleich behandeln
- frisch gepflanzte Gewächse zu selten kontrollieren
- Boden nicht prüfen, sondern nur nach Gefühl gießen
- Rasen täglich kurz sprengen statt selten gründlich wässern
Richtig gießen heißt bewusst gießen
Ein gut bewässerter Garten ist kein Zufall. Wer morgens gießt, den Boden prüft, Wasser gezielt an die Wurzeln bringt und die Bedürfnisse der Pflanzen kennt, schafft die beste Grundlage für gesundes Wachstum. Mit Mulch, Regenwasser und passenden Bewässerungshilfen lässt sich der Wasserverbrauch deutlich reduzieren. So bleiben Rasen, Beete, Kübelpflanzen und Gemüse auch in trockenen Phasen vital und gepflegt.
Im Thomas Philipps Markt in Ihrer Nähe finden Sie viele Hilfsmittel und Gartengeräte von Regentonnen, über Schläuche, bis hin zu Gießkannen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Häufige Fragen
Morgens ist ideal. Dann ist die Verdunstung gering, der Boden noch kühl und die Pflanzen starten gut versorgt in den Tag. Abends ist möglich, kann aber bei dauerhaft feuchten Blättern Pilzkrankheiten und Schnecken begünstigen.
In der Mittagshitze verdunstet viel Wasser, bevor es die Wurzeln erreicht. Dadurch wird Wasser verschwendet. Außerdem bedeutet Hitze für viele Pflanzen Stress, weshalb die Bewässerung in den frühen Morgenstunden deutlich sinnvoller ist.
Prüfen Sie die Erde mit dem Finger. Ist sie einige Zentimeter tief trocken, sollte gegossen werden. Hängende Blätter können ebenfalls ein Zeichen sein, allerdings auch auf Staunässe hindeuten. Deshalb ist die Kontrolle des Bodens wichtig.
Ja. Zu viel Wasser kann Staunässe verursachen. Die Wurzeln bekommen dann zu wenig Sauerstoff und können faulen. Besonders Kübelpflanzen sind gefährdet, wenn Wasser im Untersetzer stehen bleibt.
Für viele Pflanzen ist Regenwasser sehr gut geeignet, weil es meist weicher und kalkärmer ist als Leitungswasser. Außerdem spart es bares Geld.
Für Beete und Hecken sind Tropf- oder Perlschläuche sehr praktisch, weil sie Wasser direkt an die Wurzeln bringen. Für Kübelpflanzen eignen sich Bewässerungskegel, Wasserspeicherkästen oder automatische Systeme. Für Rasenflächen sind gut eingestellte Sprenger sinnvoll.