Am besten im Frühjahr (März bis Mai), bevor die Hauptwachstumszeit beginnt. Dann können sich die Schichten gut setzen und erwärmen.
Wer Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Co. frisch und aromatisch genießen möchte, baut die Kräuter am besten selbst an. Ein Hochbeet eignet sich dafür besonders gut, denn es hat viele Vorteile und lässt sich sowohl im großen Garten als auch auf dem kleinen Balkon aufstellen. In diesem Ratgeber von Thomas Philipps lesen Sie, wie Sie ein Kräuterhochbeet anlegen und bepflanzen, und erhalten wertvolle Tipps für die ganzjährige Kräuterernte.
Inhaltsverzeichnis
Warum lohnt sich ein Kräuterhochbeet?
Ein Kräuterbeet als Hochbeet macht das Gärtnern nicht nur rückenfreundlicher, sondern schafft auch bessere Bedingungen für das Wachstum der Pflanzen. Die wichtigsten Vorteile sind:
- Bessere Bodenqualität: Mehrere Schichten aus organischem Material fördern ein nährstoffreiches Substrat.
- Wärmere Erde: Durch die Verrottung der unteren Schichten entsteht Wärme, die das Pflanzenwachstum beschleunigt.
- Ergonomisches Gärtnern: Kein Bücken oder Knien mehr dank Kräuterhochbeet – das ist ideal für den Rücken und die Gelenke.
- Weniger Schädlinge: Hochbeete sind für Schnecken, Wühlmäuse oder Maulwürfe schwer bis gar nicht zugänglich.
- Klare Gestaltung: Durch verschiedene Ebenen und eine strukturierte Bepflanzung wirkt der Garten gepflegt und übersichtlich.
Hochbeet mit Kräutern planen
Standort
Kräuter lieben Sonne – daher sollte das Kräuterhochbeet an einem hellen, geschützten Ort stehen, idealerweise mit mindestens sechs Sonnenstunden täglich. Ein südlicher oder südwestlicher Standort ist ideal. Ein Windschutz, etwa durch Hecken oder eine Mauer, verhindert, dass empfindlichere Pflanzen austrocknen oder abknicken.
Ein Kräuterbeet als Hochbeet ist sehr gut für Hobbygärtner*innen geeignet, die auf kleiner Fläche viele Pflanzenarten kombinieren möchten. Wenn Sie einen halbschattigen Standort haben, können Sie dort Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Minze oder Kerbel kultivieren, während Basilikum, Thymian, Rosmarin und Oregano mehr Sonne bevorzugen.
Größe und Bauform
Die typische Höhe eines Hochbeets für bequemes Gärtnern liegt zwischen 70 und 100 cm. Welche Länge und Breite die beste für Ihre Zwecke ist, hängt davon ab, wie viel Platz Sie haben und wie viele verschiedene Kräuter Sie anbauen möchten.
Ein Kräuterhochbeet ist meist rechteckig, quadratisch oder oval. Darüber hinaus gibt es auch vertikale Hochbeete mit mehreren Etagen als platzsparende Varianten für Balkone. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst von allen Seiten gut an die Pflanzen kommen.
Material
Woraus ein Hochbeet besteht, beeinflusst sowohl die Haltbarkeit als auch die Optik. Während Holz sehr natürlich aussieht und gut isoliert, benötigt es regelmäßig einen Schutzanstrich, damit es lange hält. Metall ist dagegen äußerst langlebig, erhitzt sich in der Sonne allerdings stark und kann deshalb den Wasserbedarf der Kräuter erhöhen.
Stein oder Beton sind zwar sehr robust und pflegeleicht, kommen aber allein aufgrund des hohen Gewichts für Balkone oder Terrassen größtenteils nicht infrage. Eine leichte und günstige Alternative für ein Kräuterhochbeet ist Kunststoff, wobei das Material mit der Zeit ausbleichen und die Lebensdauer kürzer sein kann.
Mehr über die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien können Sie in unserem Hochbeet-Ratgeber nachlesen.
Hochbeet für Kräuter anlegen – mit 4 Schichten
Wenn Sie ein Kräuterhochbeet anlegen, ist die Schichtung für die Nährstoffversorgung und Belüftung entscheidend. Für mediterrane Kräuter empfiehlt sich eine eher magere, sandige Erde, um Staunässe zu vermeiden. Heimische Küchenkräuter mögen dagegen humosere Böden. Typischerweise setzt sich ein Hochbeet – von unten nach oben – aus folgenden Lagen zusammen:
- Drainageschicht aus grobem Material wie Ästen, Zweigen oder Holzstücken. Sie sorgt für Luftzufuhr und leitet überschüssiges Wasser ab.
- Zwischenschicht mit Gartenabfällen, Laub oder Häckselgut. Sie verrottet langsam und spendet Wärme.
- Kompostschicht aus (halb-)reifem Kompost oder Mist – liefert wichtige Nährstoffe.
- Pflanzerde, bestenfalls hochwertige Kräutererde, gemischt mit Sand oder feinem Kompost, dient als Pflanzschicht.
Kräuterhochbeet bepflanzen
Kräuter lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Wenn Sie mehrere Hochbeete mit Kräutern anlegen wollen, empfiehlt es sich, diese zu trennen, da sie unterschiedlich viel Wasser und Sonne brauchen. In einem gemeinsamen Kräuterhochbeet ist es am besten, mit verschiedenen Ebenen zu arbeiten, um die unterschiedlichen Anforderungen erfüllen zu können.
-
Mittelmeerkräuter: Sie mögen es trocken und sonnig.
- Rosmarin, Thymian, Salbei, Majoran, Oregano, Lavendel
- Standort: obere, trockene Beetbereiche mit gutem Wasserablauf
-
Heimische Kräuter: Sie lieben feuchte und nährstoffreiche Böden.
- Petersilie, Schnittlauch, Estragon, Dill, Liebstöckel
- Standort: mittlere bis untere Zone, da hier mehr Feuchtigkeit gespeichert wird
-
Kräuter, die Halbschatten bevorzugen: Sie haben ganz eigene Anforderungen.
- Minze, Melisse, Kerbel, Bärlauch
- Standort: schattigere Seite oder eigener Bereich für spezielle Wachstumsbedingungen
Kräuter im Hochbeet – was passt zusammen?
Nicht alle Kräuter harmonieren gut miteinander. Beispielsweise vertragen sich Petersilie und Minze (sie konkurrieren um den Wurzelraum) oder Dill und Basilikum (sie haben unterschiedliche Wasseransprüche) nicht.
Es gibt aber auch viele günstige Kombinationen. Lassen Sie zwischen einzelnen Pflanzen einen Abstand von 10 bis 20 cm, je nach Art, damit sie sich gut entfalten können. Im Kräuterhochbeet passen gut zusammen:
- Basilikum + Tomaten = perfekte Partner, da sie sich im Aroma ergänzen
- Thymian + Rosmarin + Oregano = mediterrane Mischung mit ähnlichen Ansprüchen
- Petersilie + Schnittlauch + Dill = klassische Kombination für feuchte, nährstoffreiche Erde
Richtig pflegen, mehr ernten
Ein Kräuterhochbeet ist grundsätzlich pflegeleicht. Wie in jedem anderen Beet brauchen die Pflanzen aber auch hier Aufmerksamkeit, damit sie gedeihen.
Gießen
Kräuter mögen gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Erde. Gießen Sie lieber seltener, dafür gründlich. In heißen Sommern sind ein bis zwei Wassergaben pro Tag nötig – Mittelmeerkräuter brauchen weniger Feuchtigkeit. Verwenden Sie möglichst Regenwasser, da Leitungswasser oft kalkhaltig ist und empfindliche Kräuter wie Basilikum stört.
Düngen
In der ersten Saison ist meist kein zusätzlicher Dünger nötig, da die Kompostschicht genügend Nährstoffe enthält. Ab dem zweiten Jahr sollten Sie im Frühjahr etwas organischen Dünger oder Kompost hinzugeben. Mediterrane Kräuter benötigen grundsätzlich weniger Dünger, da sie eher die kargen Böden ihrer Heimat bevorzugen.
Ernten
Je nachdem, für welche Pflanzen Sie sich entscheiden, können Sie viele Monate lang ernten. Schneiden Sie regelmäßig einzelne Triebe oder Blätter ab, um die Kräuter buschig zu halten. Die beste Erntezeit ist morgens nach dem Abtrocknen des Taus, da dann die ätherischen Öle am konzentriertesten sind.
Überwintern
Winterharte Kräuter im Hochbeet sind beispielsweise Schnittlauch, Minze oder Thymian. Sie überstehen die kalte Jahreszeit im Kräuterhochbeet problemlos. Empfindliche Arten wie Basilikum oder Zitronenverbene sollten dagegen im Spätherbst ins Haus oder in ein Gewächshaus umziehen.
5 Fehler im Kräuterhochbeet vermeiden
- Staunässe: Wenn Wasser im Beet steht, faulen die Wurzeln schnell. Eine gute Drainage verhindert das.
- Zu dichter Bewuchs: Kräuter brauchen Platz und Luft, sonst entwickeln sich Pilzkrankheiten.
- Falsche Nachbarschaften: Prüfen Sie vor dem Pflanzen, welche Arten sich vertragen.
- Falscher Standort: Basilikum im Schatten oder Petersilie in praller Sonne gedeihen nur schlecht.
- Überdüngung: Zu viele Nährstoffe führen zu mastigem, aber aromaarmem Wuchs.
Kräuterhochbeet im Jahresverlauf pflegen: Saisonkalender
Monat |
Arbeiten am Kräuterhochbeet |
März–April |
Hochbeet vorbereiten abgestorbene Pflanzen entfernen Wurzelballen bestehender Kräuter teilen und neu pflanzen Erde mit frischem Kompost anreichern mediterrane Kräuter vorziehen |
Mai |
frostempfindliche Kräuter auspflanzen |
Juni–August |
regelmäßig ernten, um das Wachstum anzuregen in den Morgenstunden gießen, um Pilzbefall zu vermeiden Rückschnitt gute Barriere gegen Ausläufer Stecklinge ziehen |
September–Oktober |
letzte Ernte sehr langlebig frostharte, mehrjährige Kräuter zurückschneiden empfindliche Sorten abdecken oder umpflanzen |
November–Februar |
Beet ruhen lassen regelmäßig Feuchtigkeit kontrollieren, da Wind und Sonne auch im Winter austrocknen können evtl. Schutz vor Frost anbringen |
Nachhaltigkeit im Kräutergarten
Wer nachhaltig gärtnern möchte, kann beim Kräuterhochbeet einige Prinzipien umsetzen. Denn ein ökologisch aufgebautes Hochbeet ist nicht nur nachhaltig, sondern bietet auch Lebensraum für nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.
- Recyclingmaterialien nutzen: Alte Paletten, Backsteine oder Holzkisten eignen sich hervorragend, um ein Kräuterhochbeet selbst zu bauen.
- Kompost selbst herstellen: Verwerten Sie Küchen- und Gartenabfälle sinnvoll, indem Sie im Garten einen Komposthaufen anlegen.
- Mulchen: So können Sie Wasser sparen und unterdrücken beispielsweise mit Rasenschnitt auch noch das Wachstum von Unkräutern.
- Schädlinge natürlich abwehren: Lavendel oder Salbei vertreiben Blattläuse durch ihren Duft.
Weitere Ratgeber rund ums Hochbeet
Häufige Fragen
Alle 4–5 Jahre empfiehlt sich ein kompletter Austausch der oberen Erdschichten, da die Nährstoffreserven dann erschöpft sind.
Ja, allerdings sollte das Gewicht berücksichtigt werden. Für kleine Flächen eignen sich leichte Hochbeete aus Kunststoff oder Holz sowie erhöhte Pflanzkästen.
Thymian, Salbei, Oregano, Estragon, Schnittlauch, Minze, Liebstöckel und Melisse überwintern im Beet und treiben im Frühjahr neu aus.
Eine Mulchschicht aus Laub oder Stroh, eventuell ein Vlies, schützt die Wurzeln vor Frost. Mediterrane Kräuter können Sie in Töpfe umsetzen und im Haus überwintern.
Bei Blattläusen helfen natürliche Mittel wie Brennnessel- oder Knoblauchauszug. Achten Sie insgesamt auf eine gute Durchlüftung und vermeiden Sie Staunässe.
Abwechselnde Höhen und Farbnuancen schaffen Struktur. Dekosteine, kleine Schilder oder eine Umrandung aus Weidengeflecht verleihen dem Beet einen individuellen Charakter.
Ja, Kräuter lassen sich auch mit Blühpflanzen oder Gemüsesorten wie Radieschen, Salat oder Kapuzinerkresse kombinieren. Diese Mischkulturen sind nicht nur schön, sondern auch nützlich gegen Schädlinge.
Regelmäßiges Ernten alle paar Tage fördert den Wachstumsschub. Bei ausdauernden Kräutern genügt ein kräftiger Rückschnitt nach der Hauptblüte.