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Obstbäume schneiden


Obstbäume schneiden

Wer regelmäßig zur Schere greift, sorgt nicht nur für eine schöne Baumform, sondern auch für gesunde Triebe, mehr Licht in der Krone und eine bessere Ernte. Wenn Sie wissen wollen, wann der beste Zeitpunkt ist, um Ihre Obstbäume im Garten zu schneiden, und was Sie dabei beachten sollten, sind Sie bei Thomas Philipps richtig. Hier im Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den fachgerechten Obstbaumschnitt.

Warum ist der Obstbaumschnitt sinnvoll?

Wenn Sie Obstbäume schneiden, geht es nicht nur um die Optik. Ein Baum, der über Jahre nicht geschnitten wird, entwickelt oft eine dichte, unübersichtliche Krone. Das führt dazu, dass zu wenig Licht und Luft ins Kroneninnere gelangen. Die Folge: kleinere Früchte, geringere Ernte und ein höheres Risiko für Pilzkrankheiten.

Der richtige Obstbaumschnitt erfüllt mehrere Aufgaben:

·        Er entfernt kranke, abgestorbene oder beschädigte Äste.

·        Er fördert kräftige Fruchttriebe.

·        Er verhindert eine zu dichte Krone.

·        Er hält den Baum in Form.

·        Er verbessert die Qualität und Menge der Früchte.

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Obstbäume schneiden: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Die richtige Zeit, um Obstbäume zu schneiden, hängt von Baumart, Alter und Ziel des Schnitts ab. Grundsätzlich lassen sich Winterschnitt und Sommerschnitt unterscheiden.

Winterschnitt

Der Winterschnitt erfolgt in der laubfreien Zeit, meist zwischen Anfang Januar und Ende Februar. Wichtig ist, dass kein Frost herrscht. In dieser Jahreszeit ist die Kronenstruktur gut sichtbar und der Baum befindet sich in der Ruhephase. Der Winterschnitt regt das Wachstum an und eignet sich besonders für Kernobst wie Apfel und Birne.

Sommerschnitt

Der Sommerschnitt findet zwischen Juli und August statt – allerdings nur in sehr begrenztem Ausmaß, da radikale Obstbaumschnitte vom 1. März bis 30. September im Sinne des Naturschutzes verboten sind. Er bremst starkes Wachstum, indem die Krone ausgelichtet und Wasserschosse entfernt werden. Stark wachsende Bäume profitieren davon.

Obstbäume schneiden im Herbst – sinnvoll oder nicht?

Ein größerer Schnitt im Herbst ist meist nicht die beste Wahl. Nach dem Laubfall beginnt der Baum, sich auf den Winter vorzubereiten. Größere Schnittmaßnahmen können dann die Frostempfindlichkeit erhöhen. Kleinere Korrekturen oder das Entfernen abgestorbener Äste sind zwar möglich, größere Eingriffe sollten aber besser erst im Spätwinter erfolgen.


Die 3 wichtigsten Schnittarten

Erziehungsschnitt

Erhaltungsschnitt

Verjüngungsschnitt

Dieser Schnitt ist vor allem bei jungen Bäumen wichtig. Ziel ist es, eine stabile Kronenform aufzubauen. Dabei werden ein Mitteltrieb und mehrere gut verteilte Leitäste ausgewählt. Konkurrenztriebe und ungünstig wachsende Äste sollten Sie entfernen.

Sobald der Baum seine Grundform entwickelt hat, dient der Erhaltungsschnitt dazu, die Krone luftig und fruchtbar zu halten. Alte, nach innen wachsende oder sich kreuzende Triebe können Sie absägen.

Alte, vernachlässigte Bäume brauchen manchmal einen kräftigeren Eingriff. Ein Verjüngungsschnitt kann helfen, neues Fruchtholz anzuregen und die Krone wieder in Balance zu bringen. Dabei sollten Sie jedoch mit Augenmaß vorgehen, damit der Baum nicht mit übermäßigem Neuaustrieb reagiert.

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Grundregeln für den Obstbaumschnitt

Möchten Sie Ihre Obstbäume richtig schneiden, sollten Sie nicht wahllos Äste entfernen, sondern mit einem klaren Ziel arbeiten und einige Grundregeln beachten. Sie gelten für fast alle Obstgehölze.

·        Zunächst ist sauberes und scharfes Werkzeug entscheidend. Astschere, Baumsäge und Gartenschere sollten gut gepflegt sein, damit glatte Schnittflächen entstehen. Ausgefranste Wunden heilen schlechter und bieten Krankheitserregern Angriffsflächen.

·        Geschnitten wird möglichst knapp oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe oder direkt am Astring, also an der verdickten Stelle am Übergang zum Stamm oder größeren Ast. Lassen Sie keine „Stummel“ stehen, weil sie schlecht verheilen und oft absterben.

·        Außerdem gilt: Lieber gezielt wenige starke Schnitte als viele kleine, unüberlegte Korrekturen. Wer planlos schneidet, riskiert eine instabile Krone oder zu starken Neuaustrieb.

Gut zu wissen: Eine wichtige Faustregel beim Obstbaumschnitt lautet: Alles, was nach innen wächst, sich kreuzt, steil nach oben schießt oder krank wirkt, kann in der Regel entfernt werden.

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Welches Werkzeug ist geeignet?

·        Für dünne Triebe reicht eine gute Gartenschere.

·        Für stärkere Äste ist eine Astschere sinnvoll.

·        Bei dickerem Holz kommt eine Baumsäge zum Einsatz.

Wichtig ist, die benutzten Werkzeuge regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren, besonders wenn kranke Äste entfernt wurden. So verhindern Sie, dass Krankheiten von einem Baum auf den nächsten übertragen werden.

Zusätzlich kann bei höheren Bäumen eine stabile Leiter notwendig sein. Ihre Sicherheit sollte immer Vorrang haben. Wer größere Äste in der Höhe schneiden muss und sich unsicher fühlt, sollte lieber Fachleute hinzuziehen.

Unterschiede zwischen Kernobst und Steinobst

Nicht alle Obstbäume werden gleich geschnitten. Kernobst wie Apfel und Birne verträgt den Schnitt in der Regel gut, besonders im Winter. Steinobst wie Kirsche, Pflaume oder Aprikose reagiert oft empfindlicher. Hier empfiehlt sich häufig ein Schnitt nach der Ernte oder im Sommer, weil die Wunden dann schneller verheilen. Berücksichtigen Sie deshalb immer auch die Baumart. Ein Schnittzeitraum, der für Apfelbäume ideal ist, muss für Kirschbäume nicht automatisch passen.

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Häufige Fehler beim Obstbaumschnitt vermeiden

Beim Obstbaumschnitt passieren immer wieder ähnliche Fehler. Dazu gehört vor allem ein zu zaghaftes oder zu radikales Vorgehen. Wer nur ein paar Spitzen einkürzt, erzielt meist keinen echten Effekt. Wer dagegen die halbe Krone entfernt, schwächt den Baum unnötig.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Schneiden zum falschen Zeitpunkt. Gerade größere Rückschnitte im Herbst können problematisch sein, besonders bei frostempfindlichen Arten.

Auch wenn Sie die Kronenform ignorieren, kann das problematisch werden. Ihr Ziel sollte immer eine lockere, ausgewogene Struktur sein. Äste, die sich gegenseitig behindern, müssen weichen. Gleichzeitig dürfen wichtige Leitäste nicht unüberlegt entfernt werden.




Häufige Fragen

Obstbäume schneiden: Wann ist es am besten?

Der beste Zeitpunkt hängt von der Baumart ab. Kernobst wie Apfel oder Birne wird meist im Spätwinter geschnitten, Steinobst eher nach der Ernte im Sommer.

Welche Äste sollte ich beim Obstbaumschnitt entfernen?

Beim Obstbaumschnitt sollten vor allem abgestorbene, kranke, beschädigte und nach innen wachsende Äste abgesägt werden. Auch Triebe, die sich kreuzen oder steil nach oben wachsen, können den Kronenaufbau stören und sollten weichen.

Brauchen junge und alte Obstbäume den gleichen Schnitt?

Nein, junge Obstbäume benötigen vor allem einen Erziehungs- und Aufbauschnitt, damit sich eine stabile Krone entwickelt. Ältere Bäume werden eher durch einen Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt gepflegt, um Fruchtbarkeit und Vitalität zu sichern.

Was ist beim Obstbaumschnitt besonders wichtig?

Wichtig sind der richtige Zeitpunkt, scharfes Werkzeug und ein klares Ziel. Wer Obstbäume richtig schneiden will, sollte auf eine lockere Krone, gute Lichtverhältnisse und den Erhalt tragfähiger Fruchtäste achten.

Was passiert, wenn Obstbäume gar nicht geschnitten werden?

Wer seine Obstbäume über viele Jahre nicht schneidet, riskiert eine zu dichte und unkontrollierte Krone. Die Folge sind oft kleinere Früchte, geringere Erträge und eine höhere Anfälligkeit für Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall.

Bei welchem Wetter sollte ich Obstbäume schneiden?

Obstbäume sollten möglichst an trockenen, frostfreien Tagen geschnitten werden. Nasses Wetter kann das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen und bei starkem Frost können Schnittstellen schlechter verheilen.



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